Vorfreude ist die schönste Freude

In wenigen Tagen, am 20.Mai, beginnt die Fahrt des Bonner Münster-Bauvereins ins Eichsfeld.
Die Region in der Mitte Deutschlands besitzt nicht nur landschaftliche Reize, sondern viel Bemerkenswertes und Interessantes, manch Besonderes und Schönes. Auf dem Weg in den Osten fährt man oft an ihr vorbei. Wir gönnen uns dort jetzt einige Tage.
Folgen Sie uns in diesem Blog! Ein paar Bilder schon als kleiner Vorgeschmack.
Unsere Reise wird organisiert von Arche-Noah-Reisen Trier

Münster-Spuren im Rheingau

Wer weiß schon, dass das Cassius-Stift am Bonner Münster nach dem St.Gallener Klosterplan gebaut wurde? Genau wie die Zisterzienser- Klöster. Deshalb ging es heute mit dem Bonner Münsterbauverein ins Kloster Eberbach im Rheingau. Eine Klosteranlage, deren Pracht mit den Idealen des hl. Bernhard kaum noch zu vereinbaren ist.

Kreuzgang

Kreuzgang

Romanische Klosterkirche Seitenschiff

Romanische Basilika

Auch Kiedrich hat Bezüge zum Münster. Dort wohnte August Martin, der am Ende des 19.Jahrhunderts den Hochchor des Münsters ausmalte und auch in der Kiedricher Pfarrkirche seine Spuren hinterließ. Im Kiedricher Archiv wurde übrigens ein Hymnus auf die Stadtpatrone und die Märtyrer der thebäischen Legion gefunden.

Kiedrich Basilica Minor

Seitenaltar Altarbild August Martin

Antiphonale mit den Kiedricher Hufnoten

Hochaltar in Kiedrich

St.Dionysius und St. Valentin

Auch in der Abtei Eibingen fanden die Bonner Bezüge zu ihrem Münster. Die Benedikterin St. Christophora Janßen schuf im Jahre 2011 die Gedächtnisstätte für Johannes Paul II. in der Krypta der Basilika. In ihrem Vortrag gab sie den Interessierten Mitgliedern des Bauvereins einen lebendigen Eindruck in das klösterliche Leben heute.

Relief vom Hl. Johannes Paul II. von St.Christophora

Sr.Christophora

Abteikirche St.Hildegard

Eine Reise wie alle unsere Reisen organisiert von Arche-Noah-Reisen Trier.

Am 6.April: Frühlingsfahrt Im Rheingau unterwegs

Wer sich angemeldet hat und dabei ist, kann sich freuen: die Frühlingsfahrt des Bonner Münster-Bauvereins führt zu drei Orten im Rheingau, die sich sehen lassen können:

die Pfarrkirche in Kiedrich ist ein gotisches Schmuckstück. Der Vorgängerbau der heutigen Basilica minor ist etwa so alte wie das Bonner Münster. Im Pfarrarchiv wurde ein Hymnus auf die Märtyrer der Thebäischen Legion gefunden.

Die ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Eberbach wurde berühmt als Drehort für den Film „Der Name der Rose“. Bis heute kann man dort die typische zisterziensische Klosterbauweise besichtigen.

Hoch über dem Rheintal steht die Benediktinerinnenabtei Kloster Eibingen. Aus der Werkstatt von Sr. Christophora stammt das Relief mit dem Hl. Johannes Paul in der Krypta des Bonner Münsters.

Der Münster-Bauverein bietet noch zwei Reisen in diesem Jahr an:
im Mai geht es ins Eichsfeld . Es sind noch Plätze frei.
Und im August heißt es „Sprechende Steine und große Weine“ bei der Fahrt ins Elsass. Es sind noch Plätze frei!

Wer zählt die Gebete?

Wenn man die zahlreichen Stufen zur Kathedrale von Le Puy hinaufgestiegen ist und vor der schwarzen Madonna steht oder kniet, kann man nur staunend still werden. Wieviele Gebete sind hier seit dem 5.Jahrhundert zum Himmel emporgestiegen? 


Es ist eines der ältesten Marienheiligtümer der Welt. Wieviel Freude, wieviel Klage, wieviel Dank, Bitte und Frage hat hier die Gottesmutter erreicht? Das ursprüngliche Heiligtum war errichtet worden, nachdem Maria einer kranken Frau erschienen war. Diese war geheilt worden, nachdem die Kranke sich auf einen Dolmen (d.h. auf einem prähistorischen Steinblock) hingelegt und um Heilung inständig gebetet hatte. Danach wurde dieser Stein ,,Fieberstein“ genannt.

Der Fieberstein – ein Ort des Gebetes für alle Leidenden

Im Festtagsgewand: die schwarze Madonna

Die heutige Kirche wurde im romanischen Stil erbaut, hat barocke, byzantische, italienische und mozarabische Elemente. Unterschiedliche Baumeister, zuletzt im 19.Jahrhundert, haben ihre Spuren hinterlassen. 



Die schwarze Madonna, eine in typisch äthiopischem Stil gestaltete Statue, nach der Überlieferung ein Geschenk des Heiligen Ludwig, wurde in der französischen Revolution verbrannt und durch die heutige ersetzt, welche aus dem 17. Jh. stammt. Vor ihr beginnen viele Pilger nach Santiago de Compostella ihren Pilgerweg. Ihre Zahl kann niemand zählen und was mit ihnen geschehen ist, weiß nur der, der ihre Gebete gehört hat.



Die Kathedrale von Le Puy ist keine Kirche zum Schauen, wie die vielen anderen, die wir auf der Reise gesehen haben. Es ist mehr als die anderen ein Ort des Gebetes – seit anderthalb Jahrtausenden. Allein deshalb lohnt sich der mühevolle Aufstieg.

Am Abend – die Kathedrale in Licht und Farbe
  

Wer mit dem Tod tanzt

Das 14./15.Jahrhundert war nicht nur geprägt vom Hundertjährigen Krieg, auch Epidemien und andere Geißeln suchten die Menschheit heim. Das Thema „Tod“ war sehr präsent. So verwundert es nicht, dass auch in der Kunst Darstellungen entstanden, die das Thema behandelten: der Totentanz, danse makabre.

In der Kirche der Abtei Le Chaise Dieu ist eine der ersten Werke zu sehen. Auf 26 Metern sind 24 Gestalten auf drei Fresken verteilt. Während der Tod tanzt, scheinen die Menschen zu schreiten. Jeweils eine Darstellung des Todes und ein Lebender reihen sich in einer langen Kette aneinander. 

Im Tod sind alle gleich. Jeder muss diesen Weg gehen. Angefangen vom Papst und den KIrchenleuten……
Über die Vornehmen und Reichen
Bis hin zu den einfachen Menschen. Vor dem Tod sind alle gleich.

Die Abtei wurde zu Beginn des 11.Jahrhunderts gegründet. Die Casa Dei (Haus Gottes) thront auf 1000 m Höhe in der Auvergne und hatte eine ähnliche Bedeutung wie Cluny. Schon bald umfasste der Konvent 300 Mönche.


Der spätere Papst Clemens VI. ließ die Kirche im 14.Jahrhundert neu bauen und machte sie zu seiner Begräbnissstätte. Schon in der Zeit der Reformation wurde sie von calvinistischen Truppen geplündert. In der Revolution wurde der Konvent aufgelöst. Heute hat sich hier die Gemeinschaft der Johannes-Brüder angesiedelt.

Wenn die Frauen nicht wären….

Wie stellt man die Auferstehung Jesu dar? Für die romanischen Steinmetze der Auvergne waren es die Frauen, die auf den Kapitellen die Osterbotschaft repräsentierten. Wie auf dem Kapitell in Mozac, das heute in Augenhöhe zu sehen ist.

 

Frauen mit den Salbgefässen eilen zum Grab.
Die römischen Soldaten schlafen
Das leere Grab – ein Tempel. Links der Engel, der zu den Frauen spricht.

Männer waren es, die für die Geschichte der Abtei stehen: Ein gewisser Calminius, der in der Merowingerzeit im 7.Jahrhundert die erste Kirche baute und im „Geruch der Heiligkeit“ starb.

Die Reiliquien des hl. Austremonius, die im 9.Jahrhundert nach Mozac kamen, führten zu einem größeren Kirchenbau, um die Pilger aufzunehmen.

Hugo von  Cluny ließ dann 1095 die romanische Basilika bauen, die der Kirche von Issoire an Größe fast gleich kam.

Deutlich sieht man die Reste der romanischen Basilika
Der Turm im Westen stammt wohl teilweise noch von der Vorgängerkirche aus dem 9.Jahrhundert

Erdbeben im 15.Jahrhundert ließen Chor und Querschiff der Kirche einstürzen. Mangelnde Finanzmittel verhinderten den Wiederaufbau. Der Chorraum wurde verkleinert und in gotischer Bauweise errichtet.

Eine seltsame Kombination: Lannghaus aus dem 12.Jahrhundert und Chorraum aus dem 15.Jahrhundert

Heute ist die einst prächtige und reiche Abteikirche der Benediktiner die Pfarrkirche von Mozac. Und  wieder sind es die Frauen, die für das Leben der Gemeinde heute sorgen.

Romanisches Tympanon: Maria, Johannes (rechts) , Petrus, Bischof Austremonius und der Abt von Mozac (links)

 

 

Ein schwarzer Schrein für eine Goldene Frau

1166 als in Bonn die Gebeine der hl. Cassius und Florentius zur Ehre der Altäre erhoben werden  wird in Orcival die Wallfahrtskirche vollendet. Eine Kirche aus schwarzem Vulkanischen Gestein für die Goldene Madonna.


Wallfahrtskirche für viele Jahrhunderte, u.a.auch für die Jakobspilger. Die Figur hat die französische Revolution überstanden, weil man sie gesichert hatte.