Geistliche Reise in den Pfaffenwinkel

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Wieskirche

Man sagt, als Gott den Pfaffenwinkel schuf, müsse er besonders glücklich gewesen sein. Klöster prägen seit über 1000 Jahren das Land und die Menschen. Hier ist das pralle Leben in den Formen des Barock und Rokoko sichtbar. Es heißt, die Alpenlandschaft zwischen Schongau, Füssen, Oberammergau und dem Starnberger See sei ein kleines Paradies. Wie geschaffen für eine geistliche Reise. Die Kunstwerke vergangener Zeiten sollen uns heutige Menschen ansprechen. Wir wollen nicht nur mit den Augen schauen, sondern eine stets lebendige Botschaft auf dieser Reise neu vernehmen. Deshalb gehören das Gebet und die Stille, die Besinnung und der Gottesdienst zu den wesentlichen Elementen dieser Reise.

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Einst Mittelpunkt der Christenheit

Knapp 200 Jahre war Cluny der Mittelpunkt der Christenheit. Auf die strenge Beobachtung benediktinischer Regeln und die geistliche Kraft, die von hier ausging, folgte auch dort die Dekadenz. Die französische Revolution tat ihr Übriges. Aber die Ruinen lassen noch etwas von der Größe erahnen.

 

Kapitell aus dem Altarraum
  
Modell von Cluny III
  
Gewaltige Höhe im Querschiff
  
 

Wo alles begann

Die Kirche St.Philibert in Tournus beeindruckt durch ihre Ursprünglichkeit. Hier finden wir das erste Gewölbe in einem Bauwerk nach der Antike, den ersten Chorumgang in der Krypta für die Pilger, die den Altar umschreiben wollen, die erste Fassade mit zwei Türmen. Das alles vor 1000 Jahren. 

 

Mosaik Chorumgang 12.Jhdt
  
  
Krypta 10.Jhdt
  
   

Nächtliche Berührung

Für die Jakobspilger und für diejenigen, die Heilung bei Lazarus suchten, baute man die Kathedrale in Autun. Meister Gislebertus schuf das Portal im Westwerk und die wunderschönen Kapitelle, von denen eins besonders anspricht: der Engel, der den schlafenden König berührt.

Manchmal berührt er uns leise und sacht,
der Engel des HERRN, vielleicht in der Nacht,
und er sagt immer sein Fürchte dich nicht,
geh deinen Weg und sieh auf das Licht,
steh auf vom Schlaf deiner Traurigkeit
öffne die Augen, verlier keine Zeit,
vergiss nicht die Botschaft, die heilt und bewahrt,
fasse Vertrauen zu weiterer Fahrt.
Schützende Hand, die von Angst entbindet,
Fingerzeig, der den Morgen kündet,
Nein gegen die stumpfe Bitterkeit,
Mut in enttäuschter Müdigkeit –
wie ein leuchtender Stern ist der Engel des HERRN.
Martin Kaschler

Das Westportal mit dem Tympanon von Meister Gislebertus: das Weltgericht


Wahrhaftig – ein Weltkulturerbe

Wer die Zisterzienser Spiritualität und Architektur verstehen will, kommt an Fontenay nicht vorbei. Die Gründung des Bernhard von Clairvaux blieb Dank privaten Engagements nahezu erhalten. Hohe Baukunst, schlicht und einfach, kein Schmuck, und trotzdem ausdrucksstark.

Blick in das Kirchenschiff (1139 – 1147) errichtet

 

Blick ins Kirchenschiff zur Westfassade

 

Blick auf den Ostflügel mit Schlafsaal und Kapitelsaal

 

Altarrelief aus dem 13.Jhdt. Kunstvoll – aber nicht im Sinne Bernhards

 

Die Madonna von Fontenay

 

Kapitelsaal – die Gotik kündigt sich in der Architektur an

 

Querschiff mit Treppe in den Schlafsaal – der kürzeste Weg zum nächtlichen Gebet

 

Der Schlafsaal der Mönche – mit einer Decke aus Eichenholz 15Jhdt

 

Seitenschiff – die Schlichtheit der Architektur überzeugt